Die Nutznießer des Bundestagsbeschlusses zum Völkermord an den Armeniern: Prof. Dr. Dr. Goltz und die Evangelische Kirche

Ararat

Bei der internationalen Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern bildet der 29. Januar 2001 ein wichtiges Datum. Die Französische Nationalversammlung stellte in einem kurzen Satz fest: „Frankreich erkennt öffentlich den Völkermord an den Armeniern 1915 an.“ Im selben Jahr gab es auch in Deutschland eine Initiative, der den Bundestag zu einer Anerkennung aufforderte. Bis auf die damalige PDS sperrten sich alle übrigen Fraktionen einer solchen Forderung. Es vergingen vier Jahre, bis die oppositionelle CDU/CSU-Fraktion im Februar 2005 einen Antrag einbrachte. Das Regierungsbündnis aus SPD und Grüne konnte den Antrag natürlich nicht einfach abschmettern. Nach der Bundestagsdebatte, die wenige Tage vor … Weiterlesen …

Haben die USA den Genozid an den Armeniern bereits anerkannt?

Glendale

Wie jedes Mal wurde auch im vergangenen Jahr im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen die Frage der Anerkennung des Genozids auf die politische Tagesordnung gebracht. Die Armenier wollen aus dem Munde der Kandidaten hören, dass im Osmanischen Reich ein Genozid stattgefunden hat und er dies bei seiner Wahl offiziell anerkennen werde. Es ist die Zeit des Kräftemessens der Lobbys beider Seiten, denn die türkische Regierung versucht natürlich mit allen diplomatischen Mitteln und mit Hilfe ihrer inzwischen beachtlichen eigenen Lobby eine Anerkennung des Genozids zu verhindern.

Die armenischen Wählerstimmen gingen meistens an den Kandidaten, der versprach, den Genozid anzuerkennen. Diejenigen, die den Sprung ins Weiße Haus schafften, vergaßen hinterher, was sie ihren armenischen Wählern versprochen hatten. Was sich in den USA seit Jahren in der Frage der Anerkennung abspielt, erscheint wie ein ewiger Kampf zwischen der Lobby des türkischen Leugnerstaates und der armenischen Gemeinschaft bzw. ihren Verbänden. Weil wir nun immer wieder Zeuge dieses Vorgangs werden, geht wohl jeder davon aus, dass noch kein US-Präsident den Genozid anerkannt hat. Genauso scheint auch der US-Kongress noch keinen Beschluss in dieser Frage gefasst zu haben.

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Die Beschlüsse des Europäischen Parlaments – oder wie aus einem Völkermord ein „Ereignis der Vergangenheit“ wird

Kaskade Jerevwan

Am 14. Dezember 2007 befassten sich die Regierungschefs der EU- Staaten auf ihrem Gipfeltreffen in Brüssel mit der Frage des EU-Beitritts der Türkei. Verschiedene armenische Verbände – zumeist der ARF (Daschnakzutiun) nahe stehend – hatten für diesen Tag zu einer Demonstration in der belgischen Hauptstadt aufgerufen, um zu verlangen, dass die EU bei den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei darauf besteht, dass die türkische Regierung den Völkermord an den Armeniern anerkennt.

Immerhin hatte das Europäische Parlament bereits im Juni 1987 einen Beschluss gefasst, in dem festgestellt wurde, dass „die tragischen Ereignisse, die 1915-17 stattgefunden und sich gegen die Armenier des Osmanischen Reiches gerichtet haben, Völkermord im Sinne der von der Vollversammlung der UNO am 9. Dezember 1948 angenommenen Konvention zur Verhinderung und Verfolgung des Völkermordverbrechens sind.“ In der Resolution wurde die Weigerung der Türkei, das Verbrechen an den Armeniern anzuerkennen, als ein „unüberwindbares Hindernis für die Prüfung eines etwaigen Beitritts der Türkei zur Gemeinschaft“ bezeichnet. Seitdem hat das Europäische Parlament in mehreren Beschlüssen die Europäische Kommission und den Rat der EU aufgefordert, die Türkei dazu zu bewegen den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen und die Blockade der Republik Armenien zu beenden.

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