Edgar Hilsenrath oder der Tod des letzten Mohikaners

Edgar Hilsenrath

Edgar Hilsenrath ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Mit ihm ist ein Überlebender der Shoah von dieser Welt gegangen, der – nicht nur – für Armenier ein sehr bedeutendes literarisches Werk hinterlassen hat: Das Märchen vom letzten Gedanken. Der Roman erschien 1989 und erhielt noch im selben Jahr den renommierten Alfred-Döblin Literaturpreis und 2006 den Armenischen Nationalpreis für Literatur. Edgar Hilsenraths Leben, das im April 1926 in Leipzig begann, wo er als Sohn eines jüdischen Kaufmanns auf die Welt kam, endete am 30. Dezember 2018 in einem Krankenhaus in der kleinen Stadt Wittlich in Rheinland Pfalz. Nach den Novemberpogromen … Weiterlesen …

Missak Manouchian

Yerevan

Missak Manouchian, ein Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Besatzung in Frankreich, wurde zusammen mit 23 anderen Antifaschisten am 21. Februar 1944 von einem deutschen Erschießungskommando bei Paris hingerichtet. Nach der Exekution brachten die deutschen Besatzer überall in Paris das „Affiche Rouge“, das „Rote Plakat“, an. Darauf waren die Fotos von zehn der hingerichteten Widerstandskämpfer der „Gruppe Manouchian“ abgebildet, die als „Kriminelle“ bezeichnet wurden. Über Missak Manouchian stand zu lesen: „ Armenier, Chef der Bande, 58 Attentate, 150 Morde“. Die Reaktion der französischen Bevölkerung auf das „Affiche Rouge“ war ganz anders als es die Nazis erwartet hatten: Die Plakate wurden entweder niedergerissen oder … Weiterlesen …

Sarkis Cerkezyan

Yerervan

„Die Welt reicht für uns alle“ lautet der Titel des Buches von Sarkis Cerkezyan, das leider nur in türkischer Sprache vorliegt. Am Montag starb Sarkis Cerkezyan im Alter von 93 Jahren in Istanbul. Der Sohn eines ehemals wohlhabenden Bankers aus der anatolischen Stadt Karaman kam 1916 in einem Ort in der syrischen Wüste auf die Welt. Die Geschichte Sarkis Cerkezyans und seiner Familie ist wie ein Spiegelbild der Geschichte der Armenier in der Türkei.

Weiterlesen …

Von Kalifornien nach Berg-Karabach: Leben und Tod des Revolutionärs Monte Melkonian

Yerevan

Der Befreiungskrieg in Berg-Karabach hat viele tausend Menschenleben gekostet. In den über 5 Jahre andauernden Kämpfen befand sich zeitweilig mehr als die Hälfte des Gebiets unter der Kontrolle der aserbaidschanischen Streitkräfte. Die Shushi-Lachin Operation im Mai 1992 brachte schließlich die entscheidende Wende zugunsten der Armenier: Es gelang den armenischen Einheiten eine Verbindung zwischen Berg-Karabach und Armenien herzustellen. Am Befreiungskampf nahmen auch Armenier aus der Diaspora teil. Monte Melkonian war einer von ihnen. Er wurde am 12. Juni 1993 bei einem Gefecht getötet. Wer war der Mann, der in Berg-Karabach, in der Republik Armenien und in der Diaspora als Nationalheld verehrt wird?

Weiterlesen …