Edgar Hilsenrath oder der Tod des letzten Mohikaners

Edgar Hilsenrath oder der Tod des letzten Mohikaners

Edgar Hilsenrath ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Mit ihm ist ein Überlebender der Shoah von dieser Welt gegangen, der – nicht nur – für Armenier ein sehr bedeutendes literarisches Werk hinterlassen hat: Das Märchen vom letzten Gedanken. Der Roman erschien 1989 und erhielt noch im selben Jahr den renommierten Alfred-Döblin Literaturpreis und 2006 den Armenischen Nationalpreis für Literatur. Edgar Hilsenraths Leben, das im April 1926 in Leipzig begann, wo er als Sohn eines jüdischen Kaufmanns auf die Welt kam, endete am 30. Dezember 2018 in einem Krankenhaus in der kleinen Stadt Wittlich in Rheinland Pfalz. Nach den Novemberpogromen … Weiterlesen …

Die Tragödie der Minderheiten im Irak

Die ganze furchtbare Dimension der seit 2003 andauernden Kriege im Irak und Syrien ist der Öffentlichkeit im Westen kaum bewusst. Eine Wiege der Zivilisation ist in ein Schlachtfeld verwandelt, die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen  zerstört worden. Es ist immer noch nicht absehbar, wann dieser Alptraum für die dortigen Menschen enden wird. Die Flucht ist für viele der letzte Ausweg, um aus dem Inferno zu entkommen. Manche schaffen es bis nach Westeuropa, viele leben unter katastrophalen Zuständen in Lagern im Libanon, Jordanien oder der Türkei. Die Flüchtlinge müssen dort für ein Hungerlohn den ganzen Tag schuften, um zu überleben. Die hochgeschätzte … Weiterlesen …

Märchenland Deutschland

Märchen sind erfundene Geschichten, die man in der Kindheit gerne gehört hat. Fast in jeder Gesellschaft wachsen Kinder mit Märchen auf, die sie von den Erwachsenen entweder erzählt oder vorgelesen bekommen.  Je älter man wird, desto mehr verblasst der magische Zauber, der in der Kindheit gehörten Märchen. Es gab hinter den sieben Bergen keine sieben Zwerge, es gab kein Aschenputtel und auch keine Rapunzel. Alles war ausgedacht, man könnte auch erlogen sagen. Die Redewendung „erzähl mir keine Märchen“ bedeutet schließlich auch, dass man das, was jemand erzählt,  für etwas Erfundenes, für eine Lüge hält. Die Geschichte und Gegenwart der Menschheit … Weiterlesen …

Gjumri

Gespräch mit Gevorg Galtakyan über die Revolution in der Republik Armenien

Der in Yerevan lebende junge Akademiker Gevorg Galtakyan studierte an der dortigen staatlichen Universität Turkologie. Seine Diplomarbeit handelte über die Notizen von Krikor Zohrab über Rechtsphilosophie und das Strafrecht im Osmanischen Reich. Der armenische Rechtsanwalt Zohrab war Abgeordneter des osmanischen Parlaments und gehörte später zu der Gruppe von prominenten armenischen Intellektuellen und Politikern, die am 24. April 1915 verhaftet und ins Landesinnere deportiert wurden. Er wurde im Juni 1915 in der Nähe der Stadt Urfa ermordet. Gevorg Galtakyan konnte als Teilnehmer eines von der Hrant-Dink-Stiftung geförderten Projekts einige Monate an der Universität in Istanbul seine Forschung über Krikor Zohrab fortsetzen. … Weiterlesen …

Deutschlands Aufrüstung verbrecherischer Staaten sollte mit einem Boykott deutscher Waren entgegnet werden

In ihrer Regierungserklärung am 21. März kritisierte Merkel mit ungewohnter Deutlichkeit die türkische Invasion in Afrin, es sei „inakzeptabel, was ins Afrin passiert“ und die deutsche Regierung verurteile es „auf das Schärfste“. Heiko Maas ging in seiner ersten Rede als Außenminister ebenfalls auf die türkische Invasion ein und warnte vor einer dauerhaften Besetzung Afrins als Verletzung des Völkerrechts: „Oberste Priorität für uns hat (…) die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Schutz von Leib und Leben der Zivilbevölkerung in Afrin“, behauptete Maas. Diese bislang ungewohnt kritischen Äußerungen Merkels und ihres neuen Außenministers könnten eine „schwere diplomatische Verwerfungen auslösen“, stand im … Weiterlesen …